Pressemitteilung 22.10.2002

 

Ulrich Bach erhält Wichern-Preis
Diakonie zeichnet behinderten Theologen aus

Berlin - Die Diakonie zeichnete am Dienstag in Berlin den Theologen Ulrich Bach mit dem Johann-Hinrich-Wichern-Preis aus. Der 71-Jährige erhält den Preis für seine Arbeiten, in denen er sich mit dem Thema Behinderung und Theologie auseinandergesetzt. ...

Die Diakonie verdanke Ulrich Bach einen Perspektivwechsel, erklärte Diakonie-Präsident Pfarrer Jürgen Gohde bei der Preisverleihung. Diakonisches Handeln sehe den Menschen mit seiner Krankheit, mit seiner Behinderung als Geschöpf Gottes mit Recht auf Leben und Achtung.

"In Wort und Schrift ist es dem 71-Jährigen vom Rollstuhl aus immer wieder gelungen, die Situation Behinderter aus eigener Betroffenheit heraus markant, nicht selten sogar drastisch und eben darum besonders eindrücklich und überzeugend zu reflektieren und zu artikulieren", erklärte Professor Dr. Alfred Jäger von der Kirchlichen Hochschule Bethel, Bielefeld, in seiner Laudatio. Er habe die Theologie zum Teil scharfer Kritik unterzogen und um neue Verständnismöglichkeiten für Gesunde und für Kranke erschlossen.

Bach, der den mit 15.000 Euro dotierten Preis aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich entgegen nehmen konnte, bedankte sich in einer Video-Aufzeichnung für die Ehrung. Typisch für Diakonie sei, dass sie nicht etwas "für" kranke, behinderte oder benachteiligte Menschen tue, sondern "mit" ihnen.

Bis zu seinem Ruhestand war Bach Pfarrer und Dozent in der Evangelischen Stiftung Volmarstein, einer Behinderteneinrichtung in Wetter an der Ruhr. Seit einer Erkrankung an Kinderlähmung zu Beginn seines Studiums ist er auf einen Rollstuhl angewiesen.

Der Wichern-Preis für theologische Forschung wurde zum fünften Mal verliehen. Stifter des Preisgeldes sind die Stiftung Alfred Jäger für Diakonie, die Diakonische Akademie Deutschland sowie 15 diakonische Einrichtungen.

Pressemiteilung des Diakonischen Werkes